Tourist festgenommen, nachdem ein Video zeigt, wie ein Stein nach dem Kopf einer bedrohten hawaiianischen Mönchsrobbe geworfen wird.

Der 38-jährige Igor Mykhaylovych Lytvynchuk aus Covington im US-Bundesstaat Washington wird beschuldigt, ein geschütztes Tier belästigt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft der USA in Honolulu mitteilte.

Der Fall hat in Hawaii große Empörung ausgelöst, nachdem ein Video aufgetaucht war, das mutmaßlich zeigt, wie der Mann einen Kokosnuss-großen Stein in Richtung einer stark gefährdeten hawaiianischen Mönchsrobbe wirft.

Der Vorfall soll sich an einem Strand in Lahaina auf der Insel Maui ereignet haben. Lahaina war bereits 2023 durch verheerende Waldbrände weitgehend zerstört worden und steht seitdem unter besonderer öffentlicher und ökologischer Aufmerksamkeit.

In diesem Umfeld galt die Rückkehr der Mönchsrobbe „Lani“, die in der Region als besonders bekannt und geschätzt gilt, für viele Einwohner als Symbol der Hoffnung und Erholung.

Nach Angaben der Behörden wurde Lytvynchuk am Mittwoch von Bundesagenten festgenommen. Die Festnahme erfolgte in der Nähe von Seattle durch Spezialagenten der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), die für den Schutz von Meereslebewesen zuständig ist.

Er sollte am Donnerstag vor dem US-Bundesgericht in Seattle erscheinen. Laut Gerichtsunterlagen war zunächst kein Verteidiger offiziell benannt, und eine Person mit Verbindung zu ihm wollte sich nicht zu dem Fall äußern.

Die Ermittlungen begannen, nachdem ein Beamter des Hawaii Department of Land and Natural Resources einen Hinweis auf mögliche Belästigung einer Mönchsrobbe in Lahaina erhalten hatte.

Ein Zeuge legte dabei ein Video vor, das die Situation dokumentiert: Darin ist zu sehen, wie die Robbe im flachen Wasser schwimmt, während ein Mann am Ufer steht und sie beobachtet.

Die Staatsanwaltschaft beschreibt in der Strafanzeige, dass der Mann im Video einen großen Stein in der Hand hält, gezielt zielt und diesen anschließend direkt auf die Robbe wirft. Der Stein, der von Zeugen als etwa kokosnussgroß beschrieben wurde, verfehlte den Kopf des Tieres nur knapp.

Dennoch führte der Wurf dazu, dass die Robbe ihr Verhalten abrupt änderte und offenbar in ihrem natürlichen Verhalten gestört wurde.

Besonders brisant ist laut der Anzeige auch das Verhalten des Mannes nach der Tat: Als er von einem Zeugen zur Rede gestellt wurde, soll er geäußert haben, dass es ihm „egal“ sei und er „reich genug“ sei, um mögliche Geldstrafen problemlos zu bezahlen.

Der Bürgermeister von Maui, Richard Bissen, verurteilte den Vorfall scharf und betonte, dass die Anklage ein klares Signal sende, dass Tierquälerei gegenüber geschützten Wildtieren nicht toleriert werde.

Er hob zudem hervor, dass die Rückkehr der Robbe „Lani“ nach den Waldbränden vielen Menschen in der Region Trost und Hoffnung gegeben habe. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte er: „Lani ist eine Erinnerung daran, dass Menschlichkeit und der Schutz von Verletzlichen Werte sind, die Menschen verbinden können.“

Lytvynchuk wird nun unter anderem beschuldigt, eine bedrohte hawaiianische Mönchsrobbe belästigt und versucht zu haben, sie zu belästigen.

Die hawaiianische Mönchsrobbe gehört zu den am stärksten gefährdeten Meeressäugetieren der Welt. Schätzungen zufolge leben nur noch etwa 1.600 Tiere dieser Art in freier Wildbahn.

Im Falle einer Verurteilung drohen Lytvynchuk bis zu ein Jahr Haft für jede einzelne Anklage. Zusätzlich können Geldstrafen von bis zu 50.000 US-Dollar nach dem Endangered Species Act sowie bis zu 20.000 US-Dollar nach dem Marine Mammal Protection Act verhängt werden.

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