Wie das Sprichwort sagt: „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau.“
Im Fall von Viktor Orbán trifft dieser Satz besonders gut zu. Seine Ehefrau, Anikó Lévai, tritt zwar selten öffentlich auf, ist aber seine wichtigste Stütze.
Von Beruf Juristin, meidet sie heute die Medien.
Als Mutter von fünf Kindern und Großmutter von fünf Enkeln ist sie weit mehr als nur „die Frau von Viktor Orbán“.

Eine bescheidene Frau in schwarzem Blazer mit sanftem Lächeln – sie könnte unsere Nachbarin sein. Ihr Umfeld beschreibt sie als gebildet und einfühlsam.
Selbst politische Gegner des Premierministers begegnen ihr mit Respekt, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen gelten als sehr gut.
Auch wenn sie sich selten öffentlich äußert, ist ihre Rolle im politischen Leben ihres Mannes von unschätzbarem Wert.
– Wenn man eine Familie hat, kann man Entscheidungen nicht allein treffen. Der Partner – selbst wenn er nicht im Rampenlicht steht – trägt dieselbe Last, vielleicht sogar eine größere.
Ich verdanke ihr die Erlaubnis, euer Vertrauen anzunehmen. Deshalb danke ich – gleich nach euch – auch ihr, sagte der Premierminister in einem Video zum ersten Adventssonntag im vergangenen Jahr.
Anikó Lévai wurde am 15. August 1963 in Szolnok geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie am Ufer der Theiß und träumte davon, Juristin zu werden.
Anfang der 1980er-Jahre lernte sie Viktor Orbán kennen – beide waren Mitglieder des Bibó-István-Kollegs an der juristischen Fakultät der ELTE-Universität. 1986 heirateten sie.
Lévai erinnert sich in ihrem Kochbuch Aus dem Küchenfenster an die Hochzeit: „Die Zeremonie war kurz und seltsam – Viktor bat den Standesbeamten, sich auf das Familienrecht zu beschränken, ohne ideologische Zusätze.
Sonst wären wir einfach gegangen.“
Drei Jahre später kam ihre erste Tochter, Ráhel, zur Welt. Ihre Ehe dauert nun schon über drei Jahrzehnte.
Die kirchliche Trauung fand später statt.
1990 stand Anikó Lévai noch auf der nationalen Liste von Fidesz für die Parlamentswahlen, zog sich aber später aus der Politik zurück, um die Karriere ihres Mannes im Hintergrund zu unterstützen.
Von Anfang an war sie seine treueste Stütze.
In ihrem Buch erinnert sie sich daran, wie sie Orbáns Rede bei der Umbettung von Imre Nagy zu Hause bei den Schwiegereltern im Sokol-Radio hörte.
„Nach Viktors Rückkehr ließ ich Ráhel bei der Schwiegermutter, wir stiegen in den Lada und fuhren zum abendlichen Empfang.
Wir dachten, alle würden Viktor gratulieren – das war nicht der Fall.“
Mit dem Fortschreiten von Orbáns politischer Karriere rückte auch Lévai zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit.
Während Orbáns erster Amtszeit organisierte sie mit die Adventstreffen ungarischer Bischöfe aus dem Ausland.
Sie beschreibt sie als spirituelles Erlebnis: „Wir zählten, wie viele Jahre Gefängnis diese ehrwürdigen Gäste hinter sich hatten – sie litten für ihren Glauben, von der Donau-Mündung bis zu sibirischen Lagern.“
Die stille Kraft an der Seite des Premierministers.
Sie begleitet ihren Mann stets zu wichtigen Anlässen und trifft Persönlichkeiten wie Vitali Klitschko. Früher mochte sie Boxen nicht – nach dem Gespräch mit Klitschko änderte sie ihre Meinung.
In den 2000er-Jahren gab sie einige Interviews, in denen sie persönliche Einblicke gab.
Während sie ihre fünf Kinder – Ráhel, Gáspár, Sára, Róza und Flóra – großzog, sprach sie offen über das Leben in einer Großfamilie und ihren Mann als Vater.
2015 sagte sie, Viktor sei ein loyaler Gefährte, mutig und ausdauernd, auch wenn er manchmal nervtötend sein könne.
– Wenn ihn etwas nicht interessiert, ignoriert er es einfach. Dann möchte ich ihn manchmal erwürgen – lachte sie im Interview.
– Aber er weiß genau, wann dieser Moment kommt, und zieht sich dann zurück.
Sie erzählte auch, dass ihr Mann immer zuerst die Nemzeti Sport lesen müsse – einmal bügelte sie ihm sogar die Zeitung, damit sie „knusprig“ sei.
Von der Juristerei zur Landwirtschaft.
Viele fragten sich, womit sich Anikó Lévai außerhalb des Hauses beschäftigt.
In einem Interview mit *Life.hu* im Jahr 2014 verriet sie, dass sie einen landwirtschaftlichen Kurs abgeschlossen habe und endlich das tun könne, was sie wirklich liebe.
– Ich habe einen Gemüsegarten, der anderthalb Fußballfelder groß ist. Gemeinsam mit meinen Töchtern bewirtschaften wir ihn ökologisch.
Wir versorgen die ganze Familie mit Gemüse, und ich greife selbst zur Hacke. In unserem Garten in Felcsút stehen 20 Obstbäume.

Das ist unser viertes Jahr als Selbstversorger – aber man sagt, ein echter Landwirt wird man erst nach sieben Jahren.
Unsichtbar, aber präsent.
Auch wenn sie sich immer seltener öffentlich zeigt, bedeutet das nicht, dass sie die Karriere ihres Mannes nicht aufmerksam verfolgt.
Sie war bei der Wahlparty der Fidesz in der Bálna anwesend, betrat aber nicht die Bühne, als Viktor Orbán seine Siegesrede hielt.
Heute ist sie Redaktionsmitglied des Magazins *Magyar Konyha* und karitative Botschafterin der Ökumenischen Hilfsorganisation.



