Ab dem 1. Juni ist diese Regelung für alle Bürger verbindlich. Ob es dir gefällt oder nicht.

Seit April hat das Gesundheitswesen eine eiskalte Entscheidung getroffen: Menschen mit einem BMI über 35 werden nicht einmal auf die Warteliste für Hüft- oder Knieersatzoperationen gesetzt.

Es spielt keine Rolle, wie viele Schmerzen sie jeden Tag empfinden. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie aufgrund ihrer eingeschränkten körperlichen Fitness nicht in der Lage sind, Gewicht zu verlieren.

Einzelne Geschichten spielen keine Rolle. Das System kehrt sie mit einem Schlag unter den Teppich – als ginge es nicht um Menschen, sondern um Statistiken.

Regulierung: Auf dem Papier ordentlich, in der Realität rücksichtslos.

Einem Bericht der Tageszeitung Népszava zufolge wenden ungarische Gesundheitseinrichtungen seit dem 1. April neue Verfahren an.

Der Orthopäde Dr. Zsolt Hegedűs weist darauf hin, dass die Vereinheitlichung bisher uneinheitlicher Vorgehensweisen zwar positiv sei, der Preis, den die Patienten dafür zahlen, jedoch enorm sei – Tausende Menschen seien zu lebenslangen Schmerzen verdammt.

„Das bedeutet nicht, dass jeder übergewichtige Mensch automatisch abgelehnt werden sollte. Entscheidungen sollten individuell getroffen werden, nach einer gründlichen Analyse der Risiken und Vorteile einer Operation“, betont der Spezialist.

In der Zwischenzeit arbeitet das System blind und seelenlos und verlässt sich ausschließlich auf Tabellen.

Tiefer schneiden? Aber warum werden Menschen beschnitten?

Ja, Übergewicht erhöht das Operationsrisiko – größere Einschnitte, höheres Infektionsrisiko, langsamere Heilung. Aber das war schon immer so! Trotzdem wurde den Betroffenen bisher Hilfe nicht verweigert.

Doch nun schließt sich die Tür für Menschen, denen es aufgrund schwerer Bewegungseinschränkungen nicht gelingt, Gewicht zu verlieren, vollständig.

Die Situation ist grotesk: Sie können sich vor Schmerzen nicht bewegen und nehmen deshalb nicht ab – lassen sich aber wegen ihres Übergewichts nicht operieren.

Dies ist keine medizinische Entscheidung. Dies ist eine Verwaltungsvollstreckung.

Nicht nur außerhalb der Warteschlange – komplett außerhalb des Systems.

Die neuen Regeln gehen sogar noch weiter: Sie schließen nicht nur übergewichtige Menschen aus.

Personen, die aufgrund einer geistigen Behinderung oder eines schweren Autismus nicht in der Lage wären, in vollem Umfang an der Rehabilitation teilzunehmen, werden nicht auf Wartelisten gesetzt.

Das bedeutet: Wer nach einem Unfall eine Prothese braucht, aber autistisch oder geistig behindert ist, hat – auch wenn die Operation die Lebensqualität deutlich verbessern würde – keine Chance, eine zu bekommen.

Er wird stigmatisiert und ausgegrenzt. Als ob sein Leben weniger wert wäre.

Auch Dr. Zsombor Kunetz, Facharzt für Notfallmedizin, äußerte seine Empörung:

„Bei einem schwer autistischen Patienten, der einen Unfall hatte, wird ihm keine Prothese zur Verfügung gestellt, obwohl dies medizinisch notwendig wäre.“

Warteliste löschen? NEAK bestreitet.

Viele sind der Meinung, dass die neue Regelung nicht auf medizinischen Erwägungen beruht, sondern eher ein kosmetischer Versuch sei, die unverschämt langen Warteschlangen bei Operationen zu verkürzen.

Einfache Rechnung: Wenn Sie die „problematischsten“ Patienten ausschließen, wird die Liste kürzer.

Die Statistiken werden besser sein. Es wird einfacher sein, mit Ihren „Ergebnissen“ zu prahlen.

Der NEAK (Nationaler Krankenversicherungsfonds) bestreitet dies natürlich und behauptet, dass im Gegenteil in diesem Jahr zusätzliche 5 Milliarden Forint bereitgestellt wurden, um die Behandlungen zu beschleunigen.

Die Frage ist jedoch: Welche Behandlungen sollten durchgeführt werden, wenn die meisten Betroffenen bereits von vornherein ausgeschlossen sind?

Die Wehrlosesten trifft es am härtesten.

Dieser Entscheidung können medizinische Gründe zugrunde liegen. Doch die Art und Weise der Umsetzung ist seelenlos, mechanisch und unmenschlich.

Diese Patienten, die seit Jahren leiden, wurden offiziell gestrichen.

Der Staat sendet eine klare Botschaft: Wenn Sie übergewichtig oder geistig behindert sind, sind Sie es nicht wert, gerettet zu werden.

Dies ist nicht mehr nur ein medizinisches Problem. Dies ist eine Schande für das ungarische Gesundheitswesen.

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