Ein geheimer Badeplatz, den nur wenige kennen. Wo das Baden sonst verboten ist.

Ein geheimnisvoller Badeort, den nur wenige kennen.

Ein Ort, an dem das Baden verboten ist – und doch erblühen in seinen Wassern märchenhafte, in Europa einzigartige Seerosen.

Arten, die in den kühlen Wasserökosystemen unseres Landes sonst nicht vorkommen und eher an tropische Flüsse und deren faszinierende Naturwelt erinnern.

Es ist ein Morgen nach mehreren Regentagen. Wir spazieren am Ufer des Kanals entlang, der dem Hévíz-See entspringt.

Auf der weiten Wiese, die sich am Kanal entlangzieht, stehen Hunderte Heuballen. Über dem Wasser schwebt Nebel.

Abgesehen von ein paar Menschen, die ihre Hunde ausführen, regt sich nichts. Stille.

Frieden. Man kann die wunderbaren Wasserblumen in aller Ruhe bewundern – weiße, einheimische Nilrosen und rote Indische Seerosen.

Ihre Blätter glänzen im kristallklaren Wasser, ihre Wurzeln reichen tief in den dunklen Grund.

Diese Stille, dieser Anblick – so berührend, dass man fast den Gesang der Blumen hören kann. Ja, einen Gesang – denn solch prächtige Seerosen können nicht stumm sein.

Sie können ihr eigenes Spiegelbild im Wasser sehen… als wüssten sie selbst, dass sie magisch sind.

Eine idyllische, friedliche Welt. Nichts erinnert mehr an die früheren Auseinandersetzungen zwischen Behörden und Badenden – denn das Baden im Kanal ist untersagt.

Früher jedoch lagen hier Menschen in Scharen am Ufer, badeten im abfließenden Wasser – obwohl bereits seit den 1980er-Jahren ein Gesetz gilt, das das Baden im Umkreis von 200 Metern um wassertechnische Anlagen verbietet.

Der Abflusskanal beginnt unmittelbar an der südlichen Schleuse des Hévíz-Sees – nur 1–2 Meter entfernt – und liegt im Verwaltungsgebiet von Keszthely.

Das Grundstück gehört dem ungarischen Staat, und der Abfluss zählt zu den geschützten Moor- und Salzseengebieten, er hat den Status eines national bedeutenden Naturschutzgebiets.

Das Wasser des Thermalsees fließt durch einen 10–12 Meter breiten Kanal, der nach rund 13 Kilometern – gefiltert durch die Schilfgebiete von Ingó-berek – in den Fluss Zala mündet.

Das warme Wasser, das den See verlässt, schafft in Europa einzigartige Lebensbedingungen für Organismen, die tropischen Flüssen ähneln.

Die Tiefe des Hévíz-Kanals liegt meist zwischen 1 und 1,5 Metern, stellenweise erreicht sie bis zu 2 Meter.

In seinem Wasser blühen Seerosen, wie man sie in unseren kalten Ökosystemen vergeblich sucht…

Mit dem nahenden Sommer erwacht der Kanal zum Leben – das zeigen provisorische Abstiege aus Steinen und Brettern, die direkt ins Wasser bei der Schleuse führen.

Wer mutig genug ist, taucht genau hier ein – ins warme Wasser, das sich vom See entfernt…

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